NOSTALGIA + HOUSE + NOMAD

  • „Nostalgia + house + Nomad”
    English
    The title is "Nostalgia + house + nomad". Since 2015, I have started working on basic elements of this idea. Other insatallaion works that I have been working since 2011, differs from this one. In contrast to the earlier work, (network-like masses, of interconnected cable ties) which deals with social connections, communication and mass images on a macro level, "Nostalgia + house + nomad" focuses on a micro-level to more intimate and individual themes in which my personal biography plays a role. Although it’s personal, it cannot be explained without social context.

    Experiences through nomadic life and link between time and spaces from my past, present and future is unfolded in my work. The installation is based on my childhood from South Korea, at the end of 80s: -The door of the car is a memory of my mother. The noise of the engine was a sign of her arrival. - The yellow Ladder represents connection with my house and of two uncles, who lived upstairs.

    Since 2010, I live in Leipzig with my wife. It gave me a big change in the meaning of a space (could also be understood as migration). Beautiful memories as a child, in my mother's house are now replaced by responsibility as an adult and financial issues. A new life in a new country is full of worries but also with attraction. My new home in Germany is lightened with warm yellowish light bulb. One tough day, I was so lonely and exchausted of being in a totally different environment but somehow the lights from other houses, the yellowish warm light that I could see from the window looked romantic. The red antenna is a technical bridge that could narrow the distance with my family and friends in Korea. The house, which is packed as if I can leave whenever I want to, demonstrates the uncertaintiy of my future.

    My future house is yet not formed. It reflects my reality of uncertainity. It remains vague and provisional with a "nomadic feeling". But I should also say there is always hope in this unformed openness.

    I always ask myself. -Do I want to stay in Germany or should I go back to Korea? -What kind of home, life do I want to live.

    -I believe that people also aks themselves as I do. Koreans move a lot without having a settled life. They are moving becuase of an unstabled society but also for a better life.

    -I hope the audience recollect their happiest memories from their past and look after presence and draw a better future.

    Briefly with materials that I’ve used:

    I removed steel, which is essential element in thesedays construction of a building. To approach more easily, I took out thick layers from the outside and left only the structure. I would like to get closer with audience and hope they feel more opened with this opened space.
    All elements are a metaphor of what I said from my childhood. To emphasize the importance of a nomadic feeling that moves between memories and notions, the house is formed as a shape of a tent, so that makes it is eaier to assemble whenever I move(mountable and dismantled construction)

    Deutsch
    Der Titel meiner Arbeit lautet, auf Englisch: „Nostalgia + house + nomad“. Seit 2015 Jahr habe ich angefangen, an den Elementen dieser Installation zu arbeiten. ich habe davor andere Installationen gemacht. ich arbeit seit 2011 und die sich von dieser hier stark unterscheiden. Dabei handelt es sich um netzwerkartige Massen, von ineinander gesteckten Kabelbindern, die sich auf einer Makro-Ebene mit gesellschaftlicher Verbundenheit, Kommunikation und Massenbildern auseinandersetzten.. Mit dieser neuen Arbeit hat sich mein Fokus auf eine Mikro-Ebene verschoben – auf intimere und individuelle Themen wie das Zuhause, Erinnerung und Träume, bei denen meine persönliche Biographie eine Rolle spielt. Diese kann aber natürlich auch nicht losgelöst vom gesamtgesellschaftlichen Kontext und weiteren Zusammenhängen gedacht werden. Eine zeit-räumlich quasi-nomadische Verbindung zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft entfaltet sich in meiner Arbeit „Nostalgia + house + nomad“. Diese Verbindung ist für mich das Haus bzw. das Zuhause, welches sich auch immer in Beziehung zu Zeit und Raum setzen lässt. In der Installation finden sich meine Kindheitserinnerungen aus Süd-Korea, Ende der 80er Jahre wieder: - Das Geräusch des Autos meiner Mutter, wenn sie nach Haus kommt
- Die Aussentreppe, die meine Wohnung mit der meiner beiden Onkels und ihrer Familien in der oberen und unteren Etagen verbindet. Diese Erinnerungen treffen in dieser Installation auf mein gegenwärtiges Zuhause und auf die gedachte, träumerische Vorstellung eines zukünftigen Zuhauses. Seit 2010 lebe ich in Deutschland und heute wohne ich hier in Leipzig mit meiner Frau zusammen. In dieser Zeit und durch diesen Ortwechsel (man könnte auch Migration dazu sagen) hat sich mein Zuhause enorm verändert. Das kindliche Wohlfühlen im Haus meiner Mutter wurde von erwachsener Verantwortung und Sorgen finanzieller Art sowie von Heimweh, aber auch von der Faszination für ein neues Leben in einem neuen Land ersetzt. So ist mein neues Zuhause hier in Deutschland nicht nur vom Fahrradfahren und dem gelben romantischen Licht von Glühbirnen (im Gegensatz zum Neonlicht) geprägt, sondern auch von der technisch überbrückten Distanz zu meiner Familie und Freunden in Süd-Korea, sowie vom
    „Nostalgia + house + Nomad”
    Gefühl des Prekären mitsamt den zu klärenden Visaangelegenheiten und zeitweise auch finanziellen Schwierigkeiten. Diese Unsicherheit schlägt sich auch in meinen Vorstellungen eines zukünftigen Hauses nieder. Aufgrund dieses Gefühls bleiben die Vorstellung von meinem zukünftigen Haus vage und provisorisch – ein „nomadisches Gefühl“. - Werde ich in Deutschland bleiben oder zurück nach Korea ziehen? - Was für ein Zuhause werde ich mir leisten können?
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Noch kann ich keine klare und sichere Vorstellung haben. Doch in dieser Offenheit liegt auch Hoffnung. Das Haus als Gefühl ist verknüpft mit Erinnerungen, meiner aktuellen Situation und der Vorstellung von etwas Nomadischen. Das Haus, oder das Zuhause bewegt sich in einem nomadischen Zeit-Raum zwischen dem, was nicht mehr ist, dem, was gerade ist und dem, was noch nicht ist. Nun kurz zu den Materialien: Ich benutze Stahl, der heutzutage für den Bau eines Gebäudes essenziell ist, entferne die dicke äußere Schicht des Hauses und zeige nur die Struktur und die Konturen meiner Häuser. Ich möchte ein offenes Bild, eine fast leichte und durchlässige Raumzeichnung im Raum zeigen. Diese Offenheit und Leichtigkeit des Bildes und der Materialien ist auch in anderen Elementen meiner Installation präsent. Die Kombination dieser Elemente, die die Installation ausmachen, zeigt sich wie eine leichte, montierbare und abmontierbare Konstruktion, als wär es ein Bühnenbild oder ein temporäres Lager. Ich möchte die Bedeutung des Hauses als ein nomadisches Gefühl, welches sich zwischen Erinnerungen und Vorstellungen bewegt betonen. Die Elemente, die in der Kombination einen gedanklichen Raum bilden, sind auch für sich genommen Bilder, Metaphern und gedankliche Übertragungen: Die Leiter ist eine Treppe, die Luftpolsterfolie die Unsicherheit, der Schlauch steht für das Fahrrad und die Autotür auf Rädern für das ganze Auto (es handelt sich hierbei um die Tür eines Trabant aus der DDR) Wie auch das Zuhause, können sich Bedeutungen, Gefühle, Erinnerungen, Vorstellungen und Träume verändern und bewegen. Vielleicht sind deshalb auch alle Räume, die eigentlich an einem Ort fixiert sind, unendlich mobil und beweglich.